Ende Februar 2026 wurde es praktisch auf der Obstbaumwiese an der Schulstraße in Deinsen: Die dort im Herbst 2021 gepflanzten Obstbäume erhielten ihren ersten Formschnitt. Gepflanzt worden waren die jungen Bäume aus den Erlösen des „Offenen Gartens“, einer Aktion, bei der Besucher Einblicke in private Gärten erhalten und zugleich Projekte im Dorf unterstützt werden.
Unter fachlicher Anleitung von Ulrike Battmer griffen zahlreiche interessierte Deinserinnen und Deinser zu Schere und Astschere. Ziel des ersten Formschnitts ist es, den jungen Obstbäumen eine stabile und gut belichtete Kronenform zu geben. Dabei wird vor allem darauf geachtet, eine kräftige Mittelachse sowie drei bis vier gut verteilte Leitäste zu fördern. Diese bilden später das tragende Gerüst der Baumkrone.
Während des Schnittkurses gab es viele praktische Hinweise: Entfernt wurden zunächst nach innen wachsende, sich kreuzende oder zu steil aufragende Triebe. Auch Konkurrenztriebe zur Mittelachse wurden herausgenommen, damit sich eine klare Kronenstruktur entwickeln kann. Wichtig sei, erklärten die Fachleute, dass Licht und Luft in die Krone gelangen können – denn gut belichtete Zweige bilden später mehr Blüten und damit auch mehr Früchte.
Ein Spruch fiel an diesem Vormittag immer wieder und sorgte für schmunzelnde Zustimmung: „Da muss ein Hut durchpassen.“ Gemeint ist damit eine einfache Faustregel aus dem Obstbau. Wenn die Krone so ausgelichtet ist, dass man gedanklich einen Hut durchwerfen könnte, ohne dass er hängen bleibt, ist ausreichend Platz für Licht und Luft vorhanden. Neben der praktischen Arbeit kam auch der Austausch nicht zu kurz. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und Erfahrungen aus dem eigenen Garten einzubringen. So wurde der Formschnitt auf der Obstbaumwiese nicht nur zu einer Pflegemaßnahme für die jungen Bäume, sondern zugleich zu einer kleinen Lehrstunde rund um den Obstbaumschnitt – ganz im Sinne der lebendigen Dorfgemeinschaft in Deinsen.









